Carlo vive! Berlin24.06.2026

Aktionsmonat Juli 2026: 25 Jahre Gipfelproteste in Genua – Carlo vive! Erinnern heißt kämpfen!

Aktionsmonat Juli 2026: 25 Jahre Gipfelproteste in Genua – Carlo vive! Erinnern heißt kämpfen!

🖶 Plakat, color, jpg (A3)
🖶 Plakat, black/white, jpg (A3)
🖶 Flyer, PDF, A5 (doppelseitig A4 gefaltet)
🖶 Plakat A3/Stencil, „Never forget Carlo Giuliani!“

Veranstaltungsreihe im Stadtteilladen Zielona Góra (Friedrichshain) und im New Yorck im Bethanien (Kreuzberg)

Am 20. Juli vor 25 Jahren wurde Carlo Giuliani von den Bullen bei den Anti-G8-Gipfelprotesten in Genua (Italien) ermordet, doch wir sagen: Carlo vive! Erinnern heißt kämpfen!

Zeitzeug*innen – Aktivist*innen, die damals am Start waren – werden von ihren Eindrücken und Erfahrungen berichten.

„Was bleibt vom Gipfelsturm?“ ist eine der Fragen, die während der Veranstaltungen gestellt und diskutiert werden wird. Scherzhaft wurde schon gesagt, dass wir das vielleicht schon beim G7 Gipfel in Evian (Schweiz) Mitte Juni 2026 sehen werden — was so eingetreten ist: Es kam zu massiven Straßenschlachten und Zehntausende demonstrierten gegen die Allmachtsphantasien der Herrschenden der imperialistischen Staaten.

Bei den Protesten gegen den EU Gipfel 14. Juni 2001 in Göteborg schossen die Bullen mit scharfer Munition auf Demonstrant*innen, wobei ein Demonstrant lebensgefährlich verletzt wurde und nur knapp überlebte. Einen Monat danach beim G8 Gipfel in Genua Ende Juli 2001 wurde erneut von den Bullen scharf geschossen, diesmal wurde ein Genosse – Carlo Giuliani – ermordet. Das Schießeisen der Bullen saß auch locker in Deutschland, wie z.B. beim G7 Gipfel von Heiligendamm/Rostock 2007 und beim G20 Gipfel in Hamburg 2017, wo die Waffe mehrmals auf Demonstrierende gerichtet wurde.

Doch trotz vieler Traumata von Protestierenden, krasser Repression, vielen Verletzten, jahrelangen Gerichtsprozessen und trotz der massiven Aufrüstung der Bullen gibt es immer wieder Mobilisierungen gegen die Gipfel der Herrschenden. Seit der Zeit des „Summer of resistance 2001“ verschanzen sich diese immer wieder in abgelegenere Regionen und Schutzburgen, denn sie bekommen jedesmal wieder gezeigt, dass sie nicht willkommen sind in der Bevölkerung.

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02. Juli (Donnerstag)

Vernissage: Göteborg — Genua – Summer of resistance 2001. Was bleibt vom Gipfelsturm?
⚲ 19:00 Stadtteilladen Zielona Góra

VERNISSAGE: Eröffnung der Foto- und Plakat-Ausstellung, mit Zeitzeug*innen FILMCLIPS: „This is how we do it in Gothenburg“, Indymedia Schweden, 40min, english
„Genua G8 Gipfel 2001“, KanalB, 30min, deutsch
Die Vernissage der Ausstellung zu Göteborg und Genua ist der Auftakt des Aktionsmonats.

13. Juli (Montag)

“OP Genua 2001 – Öffentliche Sicherheit und Ordnung beim G8-Gipfel in Genua/Italien 2001”
⚲ Anarchistisches Infocafé im New Yorck
19:30 Uhr Essen vegan | 20:00 Uhr Veranstaltung

Der Film dokumentiert die massiven Polizeigewaltexzesse und Vertuschungen während des G8-Gipfels in Genua/Italien 2001 (Dokumentation des Genoa-Legal-Forum, 2007, 42 Min., Sprache: dt. / Polizeifunk it.) Der Mord an Carlo Giuliani, die Razzia in der Diaz-Schule und die Verhaftung und Misshandlung Hunderter Demonstrant*innen war zweifellos ein Höhepunkt der Repression bei Gipfelprotesten.
Nach dem Film berichten uns Aktivistis, die damals vor Ort waren, von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

20. Juli (Montag)

Geschichts- und Diskussionsveranstaltung zum 25. Jahrestag des G8-Gipfels in Genua und dem Mordv an Carlo Giuliani.
⚲ 20:00 Anarchist Dinner im New Yorck

Es wird um den Schwarzen Block und die Straßenkämpfe gehen. Außerdem um das kämpferische Gedenken an die Ereignisse, das auch die Bewegung in Berlin über Jahre zu Krawallen motiviert und nachhaltig beeinflusst hat.

24. Juli (Freitag)

Doku: „Gipfelstürmer – die blutigen Tage von Genua“
⚲ 19:00 Internationalistischer Abend im Stadtteilladen Zielona Góra

Nach dem Film (WDR, 44min, 2002) Diskussion mit Aktivist*innen von damals: Was helfen uns diese Erfahrungen heute?

Mit Vokü, danach Solitresen.

Carlo Giuliani Wandbild New Yorck Bethanien - Berlin

 
Pressemitteilung Rote Hilfe e.V. - 24.03.202624.03.2026

Massiver Einschüchterungsversuch nach Stromausfall in Berlin

Massiver Einschüchterungsversuch nach Stromausfall in Berlin

Am Vormittag kam es in Berlin und an anderen Orten zu Razzien durch Hundertschaften der Polizei. Dabei waren vor allem anarchistisch geprägte Infoläden sowie mehrere Wohnungen betroffen. Neben dem Zerstören und Eindringen in politisch und privat genutzte Räume entwendete die Berliner Polizei Datenträger und machte penible Aufnahmen in Infoläden und einem linken Späti, wie der Kiosk in Berlin genannt wird.

Laut Durchsuchungsbeschlüssen sucht die Polizei nach vier namentlich genannten Personen, diese sind laut Tageschau im Alter von 28 bis 35 Jahren. Der Durchsuchungsbeschluss liegt bereits seit Dezember 2025 vor. Die Vorwürfe sind verfassungsfeindliche Sabotage (§88), gemeinschaftliche Sachbeschädigung (§304), Brandstiftung (§306) und das Ganze unter dem Deckmantel eines 129er Verfahrens. Es ist nach anwaltlichen Einschätzungen davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen Anfangsverdacht handelt, den die so genannte „Ermittlungsgruppe Spannung“ des LKA Berlin ermittelt haben will. Dies erklärt auch warum gegen die vier Gesuchten kein Haftbefehl vorlag und stellt den Angriff in ein fragwürdiges Licht.

„Der massive Einsatz und gezielte Angriff auf linke Strukturen heute zeigt wie die seit Wochen aufgebaute Stimmungsmache gegen linken Aktivismus sich durch die Polizei entlädt,“ so Hartmut Brückner. „In diese Stimmung mischen sich Töne, die Anschluss an nationalsozialistischen Sprachgebrauch finden, wenn etwa der Sprecher der GdP-Berlin Benjamin Jendro heute in der BZ von einen „Linksextremismus als demokratiegefährdendes Krebsgeschwür, das sich durch unsere Gesellschaft frisst“ spricht.“ 

Nicht nur die erst jetzt vollstreckten Razzien zeugen davon, dass erhebliche Zweifel an der Darstellung und Bewertung des Geschehens gibt. Zumal dies zu einem Zeitpunkt geschieht, in dem die Verfahren gegen das Magazin Zündlumpen, dem in der Stellungnahme des GDP Sprechers eine zentrale Rolle zugeschrieben wird, auf der Kippe steht. Der Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung ist dort schon vom Tisch.

Auch in anderen Zusammenhang ist der Sprecher der GDP schon mit fragwürdigen Äußerungen aufgefallen: in dem Versuch einen gewalttätigen Polizeieinsatz im Zugang zur Ostkurve am 17. Januar 2026 zu rechtfertigen, in denen er unter anderem die Integrität sowie die innerdemokratische Verfasstheit von Hertha BSC massiv angriff. Die Fanhilfe Hertha BSC sah den GdP-Berlin Sprecher der Falschaussage überführt.

Die Rote Hilfe steht an der Seite der Betroffenen der heutigen Razzien und verurteilt die Versuche eine ganze Szene zu kriminalisieren, während eine ausbeuterische, klimafeindliche und kriegstreiberische Politik mit allen Mitteln der Staatsgewalt durchgesetzt werden soll.

Was das eigentliche Ziel der Polizeiaktion zu sein scheint, tritt in einem anderen Absatz der Stellungnahme des GDP Sprechers zu Tage: „Dabei profitieren sie weiterhin von fehlenden rechtlichen Anpassungen wie der überfälligen Ausweitung der Quellen-TKÜ, IP-Mindestspeicherfristen oder Nutzung KI-basierter Technik“, und meint damit die Linken, und legt damit offen, worauf er hinaus will.

„Eine Gesellschaft, die über die Willkür der Staatsgewalt beherrscht werden soll und in der sich Überwachung und Kontrollsucht breit macht, sollte sich dringend fragen ob sie sich noch als demokratisch verstehen kann,“ so Brückner abschließend.

Rote Hilfe e.V. - 24.03.2026

Quelle: https://rote-hilfe.de/meldungen/massiver-einschuechterungsversuch-nach-stromausfall-berlin

 
Kontrapolis.info / Berliner Autonome06.02.2026

04.02.2026 Berlin-Friedrichshain: Free Maja Sponti „Gegen Faschismus & Repression“

04.02.2026 Berlin-Friedrichshain: Free Maja Sponti „Gegen Faschismus & Repression“

Quelle/Source: https://kontrapolis.info/17423

(–english below–) Nach der wütenden und dynamischen Free Maja und Free all Antifas Demonstration durch Kreuzberg und Friedrichshain mit bis zu 1000 Teilnehmenden gab es in Friedrichshain noch eine lautstarke Sponti mit einigem an Pyro und vielen Parolen.

Wut und Hass.. der Soko LinX!“ – eine der gerufenen Parolen, wendet sich direkt gegen die Ende 2019 von CDU-Justizminister und CDU-Innenminister gegründete sog. „Sonderkomission“ der LKA-Bullen gegen Linke, die seitdem immer wieder durch parastaatliche Methoden und rechte Verstrickungen auffielen.

In der Erklärung zur Sponti sagen „Berliner Autonome“ auf Indymedia: „Wir sind verdammt wütend und werden nicht aufhören zu kämpfen, denn ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf uns alle. Antifa bleibt notwendig!“ (Quelle: https://de.indymedia.org/node/703878)

VIDEOCLIP: https://sendvid.com/n04vrhgb


––– english –––

04.02.2026 Berlin-Friedrichshain: Free Maja flashmob demo – “Against Fascism & Repression”

After the angry and dynamic Free Maja and Free all Antifas demonstration through Kreuzberg and Friedrichshain with up to 1000 participants, there was another loud spontaneous demonstration (Sponti) in Friedrichshain with some pyrotechnics and many slogans.

Anger and hatred… against the Soko LinX!’ – one of the slogans shouted, is directed against the so-called ‘special commission’ of the LKA cops (Soko LinX) against leftists, which was founded at the end of 2019 by the CDU Minister of Justice and CDU Minister of the Interior of Saxony, which has repeatedly attracted attention through parastatal methods and right-wing entanglements.

In their statement on the spontaneous demonstration, ‘Berliner Autonome’ say on Indymedia: ‘We are extremely angry and will not stop fighting, because an attack on one of us is an attack on all of us. Antifa remains necessary!’ (Source: https://de.indymedia.org/node/703878)

VIDEOCLIP: https://sendvid.com/n04vrhgb

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Max Hölz, 19.01.202606.02.2026

Palästina und die Fahnen der VVN – ein Bericht von der „Antifa heißt Freiheit für Palästina“-Demo 17.01.2026 Leipzig-Connewitz

Palästina und die Fahnen der VVN – ein Bericht von der „Antifa heißt Freiheit für Palästina“-Demo 17.01.2026 Leipzig-Connewitz

Quelle: https://widerstaendig.de/palaestina-und-die-fahnen-der-vvn
Link-Tip: https://vvn-vda.de

Im Folgenden ein Bericht von Max Hölz zur der Demo am 17. Januar 2026 in Connewitz für Palästina-Solidarität:

Ich will Juliane Nagel (MdL Die Linke Sachsen) nicht mehr hören. Sie ist für mich seit gestern politisch endgültig gestorben. Habe noch im Ohr, wie sie im Vorfeld der Demo vom 17.1.26 in Connewitz tönte, dass sie “Israel-nahe und palästinasolidarische Kräfte zusammenbringen will”. Nun habe ich auf unserer Demostrecke am Straßenrand soviele vermummte Antideutsche gesehen (mit ihren Israel und seine Angriffsarmee verherrlichenden und die Palästina-solidarischen Menschen beleidigenden Parolen und Transparenten), dass ich davon für mein Leben genug habe. Die scheinen wohl alle in Leipzig zu wohnen oder für diesen einen Tag dahin gekommen zu sein.

Zeitweise fühlte ich mich an meine Zeit 1995 in der Westbank erinnert. Wenn dort nämlich einmal im Jahr am “Jerusalem-Day” die rechtsextremen jüdischen Siedler, Tausende, jeder eine Israel-Fahne in der Hand, am Damaskus-Tor im arabischen Teil Jerusalems ihren Anspruch auf ganz Jerusalem und auf das ganze biblische Palästina schreiend und pöbelnd geltend machten.

Die ursprüngliche Demo-Route durch ganz Connewitz war von der Polizei verboten worden. Die neue Route ging nicht weiter rein nach Connewitz, also nicht zum alternativen Kulturzentrum “Conne Island”. Und auch nicht zum Langweiler-Büro “Linxxnet” von Jule Nagel (MdL Die Linke), das mich – ehrlich gesagt – überhaupt nicht interessierte! Der Zugang zum Connewitzer Zentrum wurde von der massenhaft Israel-Fahnen schwenkenden antideutschen “Antifa Blau-Weiss” (pro Israel) dabei ‘heroisch’ verteidigt. Mutig, und zwar hinter massiven Polizeiabsperrungen.

 
Kurdische Organisationen und Kurdistan-Solidaritäts-Gruppen22.01.2026

❤️☀️💚 BERLIN: Rojava verteidigen – Solidarität auf die Straße tragen! Schließt euch an!

❤️☀️💚 BERLIN: Rojava verteidigen – Solidarität auf die Straße tragen! Schließt euch an!

Angesichts der aktuellen Lage in Rojava gehen wir in Berlin täglich auf die Straße.

Wir stellen uns gegen gegen die Angriffe und gegen das Schweigen der internationalen Gemeinschaft. Und für die Frauenrevolution in Rojava!

✌️ Wir rufen alle Internationalist:innen in Berlin dazu auf, sich an den täglichen Demonstrationen zu beteiligen!

📢 Großdemonstration am Samstag 24.01.2026 in Berlin!

Am Samstag werden Freund:innen und Genoss:innen aus vielen Städten in Ostdeutschland nach Berlin kommen, um hier gemeinsam zu demonstrieren. Wir schließen uns diesen Aktionen an und rufen alle Internationalist:innen auf, euch ebenfalls anzuschließen und mit uns auf die Straße zu gehen!

Hoch die internationale Solidarität!
✌️ Rojava lebt – der Widerstand lebt!

 
Azad Dersime, Perspektive Online21.01.2026

Palästina und Kurdistan – Intifada oder Serhildan?

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Link zum Artikel: https://perspektive-online.net/2026/01/palaestina-und-kurdistan-intifada-oder-serhildan/

Bomben auf Zelte mit Familien auf der einen und hunderttausende flüchtende Minderheiten auf der anderen Seite. Die Bilder, die uns aktuell aus Palästina und Kurdistan erreichen, sind so historisch wie schmerzhaft. Gleichzeitig wird immer wieder versucht, die beiden Bewegungen gegeneinander auszuspielen – lassen sich die Kämpfe noch miteinander verbinden? – Ein Kommentar von Azad Dersime.

Gegen 20 Uhr deutscher Zeit erklärte die syrische Regierung rund um den faschistischen al-Dscholani und seine salafistische Entourage den totalen Krieg gegen die selbstverwalteten Gebiete West-Kurdistans, zu Kurdisch ,,Rojava“. Dieser Angriff stellt nicht nur die schlichte Doppelmoral der westlichen Imperialisten zur Schau, er lässt auch einen lang beschwiegenen Konflikt innerhalb der internationalistischen Bewegung zum Vorschein kommen. Hier greifen türkische Nationalisten mit Palästina-Fahnen kurdische Kundgebungen an, und dort rufen kurdische Demonstrierende zionistische Parolen mit israelischen Fahnen.

„Wo waren die, als mir etwas passiert ist?“, „Warum reden sie nicht über das?“ oder „Warum soll ich für die auf die Straße gehen?“ sind die Fragen, die man von Kriegsgeflüchteten hört, wenn es darum geht, die Kämpfe miteinander zu verbinden. Unsere Solidarität hängt oftmals davon ab, was die andere Seite für uns tun kann oder tun könnte. Die Erkenntnis, dass dies ein falsches Verständnis von Solidarität ist, ist essenziell und geradezu überlebenswichtig für die Kämpfe, die wir führen.

Für welchen antikolonialen Kampf bist du?

Wenn es um Solidarität geht, sind es oftmals (vermeintliche) geopolitische Allianzen, die im Weg stehen. Dahinter stecken meist reale, aber doch sorgfältig instrumentalisierte Klagen und Missstände.

Während auf der einen Seite Allianzen zwischen Teilen der kurdischen Widerstandsbewegung mit Israel und den USA kritisiert werden, beklagt die andere Seite indessen angebliche Allianzen zwischen dem Mullah-Regime und der Türkei mit dem palästinensischen Widerstand. Beides wurde in der Vergangenheit und bis heute als Grund für das Schweigen der jeweiligen Seite herangezogen.

Entlang dieser Linien werden antikoloniale und internationalistische Aktivist:innen gegeneinander ausgespielt. Der Fokus liegt statt auf dem gemeinsamen Kampf gegen ein und dieselben Imperialisten auf Punkten, die auf beiden Seiten zu nichts mehr als einer Schlammschlacht aus Vorwürfen und Halbwissen verkommen.

Rassistische und reaktionäre Vorurteile sind genau jene, die die Perspektive der Imperialisten in die Debatte bringen, ihre Schlachten für sie austragen und ihre menschenfeindlichen Haltungen in die jeweiligen Bewegungen zu bringen. Wir können diese Elemente weder durch Pauschalisierungen noch durch Verschweigen besiegen. Zionistische und antikurdische Haltungen können nur gemeinsam im Kampf, kritisch und solidarisch überwunden werden.

Palästinensischer und kurdischer Widerstand: Gemeinsam klappt es besser

Dass gemeinsame Praxis Früchte trägt, zeigt ein Blick auf eines der eindrücklichsten Beispiele des gemeinsamen Kampfes. Bei der Schlacht um das Beeka-Tal ermordete Israel, damals unterstützt durch die USA und die Türkei, 13 Revolutionär:innen der DFLP und der PKK und verhaftete fünf weitere. Unter einem der namhaftesten Märtyrer der kurdischen Bewegung, Mahsum Korkmaz, kämpften etwa 10.000 Kämpfer aus den Reihen der palästinensischen und kurdischen Bewegungen über mehrere Monate gegen die imperialistischen Kräfte, beruhend auf einem gegenseitigen Verständnis für den Kampf des jeweils anderen.

Wenige Jahre zuvor hatte Mahsum Korkmaz mit einem Kontingent kurdischer Kämpfer:innen an der Seite der PFLP im Libanon die Stadt Beirut gegen die zionistische Belagerung verteidigt. Diese Beispiele antiimperialistischer Solidarität im Kampf gegen Kolonialismus und Besatzung passen nicht in das Narrativ westlicher Profiteure.

Institute wie das Kurdische Institut in Paris oder die „American University of Kurdistan“ in Başûr, Südkurdistan, sind längst zu Thinktanks für imperialistische Ambitionen in Kurdistan geworden – Amerikas ausbeuterische Absichten in Westasien wurden und werden noch immer durch eben diese Träger westlicher Interessen gefestigt. Sie bilden Generationen von Historikern und sogenannten ,,Experten“ aus, die eine verfälschte Version der komplexen Geschichte verkaufen. Und das ganz im Interesse des US-Welthegemons. Eine, in der sich ,,die Araber“ nicht um die Kurden scheren würden. Statt der gemeinsamen Unterdrückung geht es um althistorische Kämpfe in der Zeit des osmanischen Reiches und noch weiter davor.

Die Imperialisten heucheln, lügen und spalten

Einen ähnlichen Keil treibt die Türkei voran, die sich rhetorisch immer wieder vermeintlich mit dem Leid der Menschen in Palästina solidarisiert. In der Realität arbeitet der türkische Staat jedoch nicht nur geheimdienstlich mit dem Mossad und der CIA, beispielsweise gegen die kurdische Bewegung, zusammen. Bis vor kurzem pflegte er zudem enge wirtschaftliche Beziehungen, darunter Rüstungsexporte und militärische Kooperationen mit der zionistischen Besatzung.

Im Fall der neuen syrischen Regierung verhält es sich ähnlich: Nach jahrzehntelangen syrisch-israelischen Konflikten rund um die Golanhöhen erkennt al-Dscholani mittlerweile die israelische Annexion des Gebietes von 1981 fast schon offiziell an. Doch nicht nur das, auch auf diplomatischer Ebene nähern sich die Regierungen beider Länder seit Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 weiter an.

In einer perfiden Wendung nutzt der türkische Staat zudem palästinensische Vertriebene, um die besetzten Gebiete in Afrin zu destabilisieren. Mehrere Tausend palästinensische Flüchtlinge wurden in besetzte Gebiete gebracht, oftmals in die Häuser vertriebener Familien. Das offen ausgesprochene Ziel ist es, die gemischte Gesellschaft in Rojava zu destabilisieren.

Schon die Römer wussten, wie man Feinde teilt. Beim Angriff auf die gallischen Gebiete spielten sie verfeindete Stämme gegeneinander aus, um sie im Moment der Schwäche beide zu zerschlagen. Auch tausende Jahre nach dem ersten Einsatz der „divide-and-conquer“-Strategie fallen die Opfer kolonialer Herrschaft ein weiteres Mal auf diese Lügen herein.

Proletarisch, internationalistisch, solidarisch!

Die internationale Situation ist prekärer denn je. Während mehreren Völkern ein Genozid droht, macht ein anderes gerade einen durch. Die Täter sitzen teils am selben Tisch, doch statt uns auf den Kampf gegen sie zu besinnen, streiten wir darum, wer in ihren Augen besser dasteht.

Wenn wir unsere Solidarität daran knüpfen, wer wann, wie und warum für wen spricht, dann werden wir scheitern. Wenn wir unsere Solidarität mit unterdrückten Völkern und untereinander an Bedingungen knüpfen, werden wir scheitern. Solidarität ist kein Geben und Nehmen. Unterdrückung anzuerkennen und an der Seite von Menschen zu stehen, unabhängig davon, ob sie potenziell auch an unserer Seite stehen würden, ist gelebte Solidarität.

Gewinnen können wir nur, wenn wir uns kompromisslos mit allen solidarisieren, die unter der aktuellen Weltordnung erdrückt werden und sich entscheiden, den Widerstand dagegen selbst in die Hand zu nehmen. Vor allem auch in Bezug auf Rojava, welches seit seiner Existenz von verschiedenen Seiten bedroht ist und dabei schon jeher eine Art Hoffnungsschimmer für die unterdrückten Völker der Erde darstellt.

Denn die Situationen in Palästina und Kurdistan stellen einen Kipppunkt dar. Sowohl im besetzten Palästina als auch in allen kurdischen Gebieten wird das Schicksal von Millionen entlang der Interessen westlicher Imperialisten entschieden. Die Konsequenzen reichen dabei weit über Gaza, Kobanê oder Westasien hinaus – und es ist unsere Pflicht, die Imperialisten unserer Länder dafür in Verantwortung zu ziehen.

 
 
Lotta Antifascista - Connewitz09.01.2026

Kein Raum den Faschist*innen am 17.01.2026 in Leipzig-Connewitz!

Kein Raum den Faschist*innen am 17.01.2026 in Leipzig-Connewitz!

Liebe Genoss*innen,

Nach der Veröffentlichung unserer Demonstration – Antifa heißt Free Palestine 17.01.2025 in Leipzig-Connewitz – waren diverse Reaktionen zu vernehmen.

Diesbezüglich möchten wir einiges klarstellen:

Die Demonstration ist keine Veranstaltung die sich inhaltlich per se gegen Connewitz als Stadtteil oder Menschen aus Connewitz richtet. Das ist allein insofern schon absurd, dass die Demonstration im Kern von Menschen aus Connewitz organisiert wird. Die Demonstration ist Teil der politischen Auseinandersetzung zwischen sich als antiimperialistischen Linken Verstehenden und Zionisten. Die Gleichsetzung von Antiimperialismus und Palastinasolidarität mit Faschismus entbehrt jeder Grundlage und belegt die ideologische Verblendung der zionistischen Propagandisten.

Des Weiteren reagierte Ferhat Sentürk auf die Anmeldung der Demonstration: Das politische Wirken Sentürks ist diffus. Bis vor Kurzem arbeitete Sentürk mit offen faschistischen Organisationen. Inzwischen scheint er sich davon distanziert zu haben, was allerdings wenig an seinem reaktionären Staatsverständnis geändert haben dürfte.

Ebenfalls äußerte sich die Kleinstpartei Freie Sachsen mittels eines Beitrags auf Telegram. Dieser ist offensichtlich inhaltlich diffus, sodass eine Beschäftigung damit eigentlich nicht ansatzweise konstruktiv ist. Aufgrund der anderen Reaktionen darauf, sehen wir uns allerdings dazu gezwungen. Besonders wird herausgestellt, dass sie die Friedensinitiative begrüßen würden. Von der vermeintlich antimilitaristische Position lassen wir uns nicht täuschen. Die Freien Sachsen positionieren sich zwar vermeintlich gegen den NATO-Imperialismus, sympathisieren allerdings offen mit anderen imperialistischen Staaten. Die Friedensinitiative der Freien Sachsen ist keine Friedensinitative. Die politische Ideologie der Freien Sachsen ist teils offen faschistisch. Insbesondere die rassistische Weltanschauung und die damit verbundene Vorstellung von Staatsbürgerschaft. Dies ist mit dem Anliegen der Demonstration nicht vereinbar. Wir erwarten nicht, dass Vertreter der Freien Sachsen am 17.1. in irgendeiner Form eine Rolle spielen. Das Beziehen auf deren Beiträge ist vermutlich absolut irrelevant.

Die zionistische Hetzkampagne war zu erwarten und belegt erneut die ideologische Verblendung ihrer Apologeten.
Wir werden uns weder dem Fußvolk des BRD-Imperialismus, noch den Faschisten beugen!

Für ein antifaschistische Connewitz!

Gegen Zionismus, gegen Repression! Freies Palästina heißt Revolution!

 
Internationalistischder Abend, Recap06.01.2026

Plakat für eine Venezuela Veranstaltung des Internationalistischen Abend von 2017(!) – aktueller denn je!

Plakat für eine Venezuela Veranstaltung des Internationalistischen Abend von 2017(!) – aktueller denn je!

Nach der jetzigen militärischen Aktion und Entführung des Präsidenten von Venezuela durch die USA ist der Ankündigungstext von 2017 aktueller denn je:

„Die linke Bewegung und die klassenbewusste Bevölkerung in Venezuela wehrt sich gegen den blutigen Putschversuch der Rechten und gegen die Interventionspläne der Trump-USA. Ziel der bourgeoisen Eliten ist ein Rollback in alte Zeiten, in denen reiche Familienclans (wie u.a. die Capriles) den Staatshaushalt in ihren Händen haben. Denn sie haben Angst vor der gerechten Umverteilung des Vermögens für Sozial- und Gesundheitsprogramme. Und ExxonMobil (US-Firma) will die Öl-Felder zurück.“

„Am Widerstand gegen den rechten Putschversuch beteiligen sich vor allem viele Arbeiter_innen, die Armen aus den populären Barrios und linke Kräfte von alternativ bis kommunistisch. Bei einigen Aktionen der linken Bewegung gegen die Rechten, wie beim Sturm auf die rechte Nationalversammlung am 5. Juli 2017 (Youtube), sind neben kämpferischen autonom-kommunistischen Stadtteilgruppen (u.a. aus dem linken proletarischen Stadtteill von Caracas "23. de Octubre") auch Anarchist_innen und die LGBT-Bewegung beteiligt - trotz teils kritischer Haltung am bolivarianischen Diskurs. Denn eins ist klar: falls sich die neoliberalen Rechten durchsetzen sollten, sieht die Zukunft finster aus für alle Linken.“

(Auszüge aus dem Veranstaltungstext von 2017)