07.07.2026 (Di) 06:27 Uhr Statement antifaschistischer Ostberliner Gruppen und solidarischer Gruppen aus der Berliner Innenstadt

(Berlin) Solidarität gegen gewalttätige “Besetzung” – Gewalt gegen Linke darf nicht folgenlos bleiben

(Berlin) Solidarität gegen gewalttätige “Besetzung” – Gewalt gegen Linke darf nicht folgenlos bleiben

Als unterzeichnende Gruppen erklären wir unsere Solidarität mit den Menschen, die am 4.7.2026 im La Casa/AJZ Kita in Berlin-Hellersdorf angegriffen wurden. Wir stehen klar und solidarisch gegen die gewalttätige Besetzung linker Räume, die allein dem Zweck diente, die eigene Machtposition durchzusetzen. Diese Eskalation in Zeiten steigender Neonaziübergriffe und einer immer weiter nach rechts driftenden Gesellschaft ist fatal.

Als antifaschistische Gruppen appellieren wir an die progressiven Kräfte der Berliner Linken, sich gegen den Angriff zu stellen und die Beteiligten sowie ihre Unterstützer*innen konsequent auszuschließen.

Am 4.7.2026 drangen rund 15 Personen maskiert und bewaffnet in das AJZ Kita/La Casa in Hellersdorf ein. Wie sie später in einer Erklärung schrieben, wollten sie einen Teil des linken Zentrums besetzen, um ein Zeichen “gegen Antisemitismus” zu setzen. Sie versuchten in diesem Zusammenhang zudem, eine dort wohnende Person gewaltvoll aus ihrem Zuhause zu schmeißen. Dabei prügelten die Angreifenden unvermittelt auf Personen ein, die sich dem in den Weg stellen wollten und besprühten sie mit Pfefferspray. Hierbei kam es zu Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Nach diesem Gewaltexzess verbarrikadierten sich die selbsternannten “Besetzer*innen” in einigen Räumlichkeiten. Menschen, die vermitteln wollten und Verletzte versorgten, wurden abgefilmt und aggressiv bedroht.

Nur hatten die “Besetzenden” nicht mit der Vielzahl solidarischer Menschen gerechnet, die kamen, um die gewaltvolle Besetzung zu beenden. Doch anstatt die Barrikaden aufzugeben, blieben die Besetzer*innen über Stunden im Haus, verwüsteten Räume und verschanzten sich auf dem Dach. Wir erlebten, wie sie wahllos aus den Fenstern Personen mit Pfefferspray angriffen und vom Dach bewarfen, während ihre innenstädtischen Unterstützer versuchten, das Gelände gewaltsam zu stürmen. Sie scheuten nicht davor zurück, Informationen an die Bullen weiterzugeben; in der Hoffnung, dass diese solidarische Menschen festnehmen.

Die im Haus wohnenden und solidarischen Menschen kommunizierten den Angreifer*innen, dass sie den Ort zu jedem Zeitpunkt verlassen können, ohne Gewalt befürchten zu müssen. Ihr Wunsch war einzig und allein, dass die Situation endet. Im Nachhinein verbreite die “Besetzer*innen” Horrorgeschichten von vermeintlichen Angriffen und posteten unverpixelte Videos von Menschen, die versuchten, die Besetzung zu beenden oder sich mit Masken vor dem Abfilmen zu schützen. Diese Videos kursieren mittlerweile auf zahlreichen Faschokanälen und in anti-linken Presseveröffentlichungen. So versuchen sie nun den größtenteils passiven Widerstand gegen ihre Aggression als Angriff umzudeuten. Doch deuten wir das als ein strategisches Manöver, um mit zahllosen Opfergeschichten in den sozialen Medien von der eigenen Verantwortung abzulenken. Sie waren es, die als Gruppe vornehmlich weißer, deutscher Männer in ein linkes diverses Projekt eindrangen und dabei queere junge Menschen verprügelten.

Dieser Angriff wurde offensichtlich langfristig geplant. Innerhalb weniger Augenblicke gab es eine Erklärung und eine Blog-Seite und einen instagram-Account unter “reclaim_la_casa” zu der Aktion. Zudem erfolgte der Angriff bewusst an einen Tag, an dem viele Aktivist*innen in Erfurt gegen die AfD demonstrierten. Diese Terminwahl zeigt auch, wo die Prioritäten der “Besetzer*innen” liegen, die einen Machtkampf um ein Hausprojekt über antifaschistischen Aktivismus gegen die AfD priorisieren. Stattdessen sind sie höchstens durch wiederholte misogyne Ausfälle oder bei der Bedrohung von jungen Bewohner*innen aus dem AJZ Kita aufgefallen. Sie zerstören durch ihre Aktion wichtige politische Strukturen gegen Rechts im Bezirk. Faschos bundesweit reiben sich bereits jetzt die Hände über diesen Konflikt, der von der angreifenden Gruppe öffentlich ins Netz gestellt wurde.

Auch der Kampf der Besetzer*innen “gegen Antisemitismus” ist nur vorgeschoben. Es soll vor allem eine eigene Definition von Antisemitismus durchgedrückt werden und dabei Menschen mundtot gemacht werden, die Mitgefühl und Solidarität mit palästinensischen Menschen ausdrücken.
Dementsprechend durchsichtig sind auch die weiteren Gründe zur Rechtfertigung der Besetzung. Belege sind Fehlanzeige. Es werden Behauptungen aufgestellt, Tatsachen verdreht und es wird mit Begriffen um sich geworfen, um Menschen in eine Schublade zu stecken. Es wird viel über vermeintliches Fehlverhalten von anderen geklagt und die eigene Praxis einfach unter den Tisch fallen gelassen. In den vergangenen Monaten wurden u.a. Sticker mit der Aufschrift “Fuck Islam” im AJZ KiTa angebracht und Kritiker*innen mit Gewalt bedroht.

Veranstaltungen lokaler antifaschistischer Gruppen wurden von ihnen boykottiert und sabotiert.

Zuletzt ließen sich Personen aus dem Umfeld der Angreifer*innen im Zuge einer geplanten Mobilisierungs-Aktion in den Vereinsvorstand wählen. Die Vorstandsstruktur, die zuvor nicht die alleinige Autorität über Dinge beansprucht hat, die kollektiv entschieden werden, wurde ab dann instrumentalisiert, um Einzüge von ihnen unliebsamen Personen zu blockieren und basisdemokratische Strukturen durch Autorität zu ersetzen.

Wir wollen betonen, dass es die selbsternannten Besetzer*innen waren, die sich entschieden haben, diese Auseinandersetzungen mit Gewalt zu klären. Diese Form der Konfliktaustragung in unseren Häusern müssen wir als Linke konsequent ablehnen.

Viele haben seit Jahren auf einen Diskurs mit eben diesen Personen gesetzt. Leider lehnten sie Gespräche kategorisch ab. Wir als antifaschistische Ostberliner Gruppen und solidarische Gruppen aus der Innenstadt stellen uns gegen diesen gewalttätigen Angriff, die Kooperation mit den Bullen und die unhaltbaren Anschuldingen, alle Kritiker*innen seien “Antisemiten”.

Wir wünschen den Verletzten eine schnelle Genesung und allen Betroffenen viel Kraft für die kommenden Tage. Wir solidarisieren uns mit dem „New Casa” und rufen alle solidarischen Menschen und Gruppen dazu auf in den nächsten Wochen vor Ort vorbeizukommen, sich im Haus einzubringen, den Schaden, den die Schläger*innen in den Räumen verursachten, gemeinsam zu reparieren und mit den Menschen vor Ort gemeinsam aktiv zu werden.

Die an dem Angriff beteiligten Personen sind an unseren Orten und auf unseren Veranstaltungen nicht mehr willkommen.

Ostberliner Antifa bleibt solidarisch – International! Wir stehen zusammen!

In Solidarität mit dem „New Casa”

    ERSTUNTERZEICHNER*INNEN:
  • Berlin vs. Amazon
  • Feministische Antifaschistische Jugend Organisation Charlottenburg [F_AJOC]
  • Hände weg vom Wedding
  • Internationalistischer Abend
  • Jugend Antifa Platte [JAP]
  • La Rage [LR]
  • Lichtenberger Jugendantifa [LiJa]
  • M6 Antifa
  • North East Antifascists [NEA]
  • Offenes Antifa Treffen Berlin
  • Offenes Antifa Treffen Hohenschönhausen [OAT HSH]
  • Offenes Rotes Treffen [ORT]
  • Queeraccoustic Hangout
  • Rigaer 94
 
06.02.2026 (Fr) 19:10 Uhr Max Hölz, 19.01.2026

Palästina und die Fahnen der VVN – ein Bericht von der „Antifa heißt Freiheit für Palästina“-Demo 17.01.2026 Leipzig-Connewitz

Palästina und die Fahnen der VVN – ein Bericht von der „Antifa heißt Freiheit für Palästina“-Demo 17.01.2026 Leipzig-Connewitz

Quelle: https://widerstaendig.de/palaestina-und-die-fahnen-der-vvn
Link-Tip: https://vvn-vda.de

Im Folgenden ein Bericht von Max Hölz zur der Demo am 17. Januar 2026 in Connewitz für Palästina-Solidarität:

Ich will Juliane Nagel (MdL Die Linke Sachsen) nicht mehr hören. Sie ist für mich seit gestern politisch endgültig gestorben. Habe noch im Ohr, wie sie im Vorfeld der Demo vom 17.1.26 in Connewitz tönte, dass sie “Israel-nahe und palästinasolidarische Kräfte zusammenbringen will”. Nun habe ich auf unserer Demostrecke am Straßenrand soviele vermummte Antideutsche gesehen (mit ihren Israel und seine Angriffsarmee verherrlichenden und die Palästina-solidarischen Menschen beleidigenden Parolen und Transparenten), dass ich davon für mein Leben genug habe. Die scheinen wohl alle in Leipzig zu wohnen oder für diesen einen Tag dahin gekommen zu sein.

Zeitweise fühlte ich mich an meine Zeit 1995 in der Westbank erinnert. Wenn dort nämlich einmal im Jahr am “Jerusalem-Day” die rechtsextremen jüdischen Siedler, Tausende, jeder eine Israel-Fahne in der Hand, am Damaskus-Tor im arabischen Teil Jerusalems ihren Anspruch auf ganz Jerusalem und auf das ganze biblische Palästina schreiend und pöbelnd geltend machten.

Die ursprüngliche Demo-Route durch ganz Connewitz war von der Polizei verboten worden. Die neue Route ging nicht weiter rein nach Connewitz, also nicht zum alternativen Kulturzentrum “Conne Island”. Und auch nicht zum Langweiler-Büro “Linxxnet” von Jule Nagel (MdL Die Linke), das mich – ehrlich gesagt – überhaupt nicht interessierte! Der Zugang zum Connewitzer Zentrum wurde von der massenhaft Israel-Fahnen schwenkenden antideutschen “Antifa Blau-Weiss” (pro Israel) dabei ‘heroisch’ verteidigt. Mutig, und zwar hinter massiven Polizeiabsperrungen.

 
09.01.2026 (Fr) 05:22 Uhr Lotta Antifascista - Connewitz

Kein Raum den Faschist*innen am 17.01.2026 in Leipzig-Connewitz!

Kein Raum den Faschist*innen am 17.01.2026 in Leipzig-Connewitz!

Liebe Genoss*innen,

Nach der Veröffentlichung unserer Demonstration – Antifa heißt Free Palestine 17.01.2025 in Leipzig-Connewitz – waren diverse Reaktionen zu vernehmen.

Diesbezüglich möchten wir einiges klarstellen:

Die Demonstration ist keine Veranstaltung die sich inhaltlich per se gegen Connewitz als Stadtteil oder Menschen aus Connewitz richtet. Das ist allein insofern schon absurd, dass die Demonstration im Kern von Menschen aus Connewitz organisiert wird. Die Demonstration ist Teil der politischen Auseinandersetzung zwischen sich als antiimperialistischen Linken Verstehenden und Zionisten. Die Gleichsetzung von Antiimperialismus und Palastinasolidarität mit Faschismus entbehrt jeder Grundlage und belegt die ideologische Verblendung der zionistischen Propagandisten.

Des Weiteren reagierte Ferhat Sentürk auf die Anmeldung der Demonstration: Das politische Wirken Sentürks ist diffus. Bis vor Kurzem arbeitete Sentürk mit offen faschistischen Organisationen. Inzwischen scheint er sich davon distanziert zu haben, was allerdings wenig an seinem reaktionären Staatsverständnis geändert haben dürfte.

Ebenfalls äußerte sich die Kleinstpartei Freie Sachsen mittels eines Beitrags auf Telegram. Dieser ist offensichtlich inhaltlich diffus, sodass eine Beschäftigung damit eigentlich nicht ansatzweise konstruktiv ist. Aufgrund der anderen Reaktionen darauf, sehen wir uns allerdings dazu gezwungen. Besonders wird herausgestellt, dass sie die Friedensinitiative begrüßen würden. Von der vermeintlich antimilitaristische Position lassen wir uns nicht täuschen. Die Freien Sachsen positionieren sich zwar vermeintlich gegen den NATO-Imperialismus, sympathisieren allerdings offen mit anderen imperialistischen Staaten. Die Friedensinitiative der Freien Sachsen ist keine Friedensinitative. Die politische Ideologie der Freien Sachsen ist teils offen faschistisch. Insbesondere die rassistische Weltanschauung und die damit verbundene Vorstellung von Staatsbürgerschaft. Dies ist mit dem Anliegen der Demonstration nicht vereinbar. Wir erwarten nicht, dass Vertreter der Freien Sachsen am 17.1. in irgendeiner Form eine Rolle spielen. Das Beziehen auf deren Beiträge ist vermutlich absolut irrelevant.

Die zionistische Hetzkampagne war zu erwarten und belegt erneut die ideologische Verblendung ihrer Apologeten.
Wir werden uns weder dem Fußvolk des BRD-Imperialismus, noch den Faschisten beugen!

Für ein antifaschistische Connewitz!

Gegen Zionismus, gegen Repression! Freies Palästina heißt Revolution!

 
03.10.2025 (Fr) 04:07 Uhr „Free all Antifas“ - Berlin

[Berlin] Free all Antifas Sponti mit Pyro & Parolen

[Berlin] Free all Antifas Sponti mit Pyro & Parolen

Berlin, 28.09.2025. Mit einer Sponti, lautstarken Parolen und Pyro demonstrierten Berliner Antifaschist:innen „unkontrolliert und konsequent“ im Stadtteil Friedrichshain für die Solidarität mit allen angeklagten und untergetauchten Antifas. (Videoclip siehe unten)

Ein Anlass war laut einer Erklärung von „Berliner Autonome“ u.a. die Verkündung der Verurteilung am 26.09. gegen die Nürnberger Antifaschistin Hannah zu fünf Jahren Haft.

Mit einem Transpi mit dem Slogan „Free all Antifas! Antifaschismus ist kein Verbrechen“ zogen die Aktivist:innen durch die Simon-Dach-Straße, welche in Friedrichshain als belebte Ausgehmeile bekannt ist.

● Erklärung zur Aktion

[Berlin] Free all Antifas Sponti – von: Berliner Autonome

Am Freitag den 26.09. wurde die Nürnberger Antifaschistin Hanna in einem reinen Gesinnungsprozess zu 5 Jahren Haft verurteilt. Und deswegen haben wir uns am Sonntag den 28.09. unkontrolliert und konsequent die Straßen von Berlin-Friedrichshain genommen.

Wir nehmen es nicht einfach unwidersprochen hin und werden ganz sicher nicht schweigen, wenn diese Schweine unsere Genoss:innen und Freund:innen auf Jahre in ihre Knäste sperren.

Wir sind nicht nur in Gedanken bei Hanna, wir sind auch bei Maja in Ungarn, wir sind bei allen eingesperrten Antifas und unsere Herzen sind untrennbar auf der Straße und im Knast vereint.

Wir rufen alle Menschen auf kreativ zu werden: ob Trümmer, noch mehr Spontis, Soli-Fotos oder Briefe schreiben.

Solidarität ist eine Waffe. Nutzen wir sie.

Lassen wir nicht zu, dass die Ohnmacht uns lähmt.

Viel Kraft an Hanna und an Maja halte durch!
Mut und Kraft an alle Angeklagten und untergetauchten Antifaschist:innen

Zusammen gegen ihre Repression.
FREE ALL ANTIFAS!

● Fotos

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● Videoclip

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● Quellen