04.12.2017 (Mo) 20:00 Uhr Stadtteilladen Zielona Góra

Veranstaltung: Türkei - Wasser als Waffe. Rettet Hasankeyf, stoppt Ilisu-Staudamm!

Mit Volxküche (vegan), Solitresen, free Kicker & Politmucke.

SOS Hasankeyf

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Türkei: Wasser als Waffe - Rettet Hasankeyf, stoppt Ilisu-Staudamm!

Veranstaltung mit: Fotoausstellung, Film, Redebeitrag & Diskussion

Referent: Nick Brauns (Journalist)

Veranstalter_innen: Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin & Initiative zur Rettung von Hasankeyf, im Rahmen des Internationalistischen Abend

Die 12.000 Jahre alte Felsenstadt Hasankeyf im Südosten der Türkei (Nordkurdistan) soll infolge eines umstrittenen Staudammbaus überflutet werden. Das Wasser wird hier von der Türkei als Waffe gegen Mensch, Kulter & Natur, vor allem aber zur Vertreibung der vor Ort lebenden kurdischen Bevölkerung sowie den Nachbarländern (Nahost) eingesetzt. Hierbei werden jahrtausendalte Kulturdenkmäler und die gesamte mesopotamische Flußebene, das Tigris-Tal, welches als Wiege der Menschheit gilt, sowie deren Artenvielfalt an Flora und Fauna zerstört. Bei dem Projekt geht es nicht um nachhaltige Energiegewinnung, für die es für die Türkei ausreichend Alternativen gibt. Das Erbe der Menschheit, Hasankeyf, wird zur Durchsetzung politischer Interessen und Profitgier zerstört. Doch der Kampf ist noch nicht verloren!

Hintergrundtext:

Die 12.000 Jahre alte Stadt Hasankeyf am Tigris ist ein einmaliger Ort der Menschheitsgeschichte: 20 östliche und westliche Kulturen haben hier ihre Spuren hinterlassen. 5.500 Höhlen, hunderte bisher entdeckte Monumente und eine faszinierende Verwobenheit mit Felsen und dem Tigris geben dem Ort globale Bedeutung. Nach Meinung von Experten erfüllen Hasankeyf und das umliegende Tal des Tigris - eines der letzten erhaltenen großen Flussökosysteme in der Türkei - 9 von 10 Kriterien für eine Eintragung als UNESCO-Weltkulturerbe. Bis heute hat Hasankeyf überlebt, weil immer Menschen in und mit Hasankeyf lebten!

Doch nach dem Willen der türkischen Regierung soll dies alles untergehen – für das auf 50 Jahre Betriebsdauer angelegte Ilisu-Wasserkraftwerk, eines der weltweit umstrittensten Talsperrenprojekte. Rund 80.000 Menschen würden ihre Lebensgrundlagen verlieren und zumeist in Armut landen! Während die lokale Bevölkerung keinen Nutzen hat, setzen Regierung und Firmen ihre kurzfristigen Interessen und Profite von Firmen durch. Unter den Zielen des Dammbaus finden sich neben der Stromproduktion auch die weitere Vertreibung der kurdischen Bevölkerung und die Kontrolle des Wassers gegenüber dem Irak.

Eine erfolgreiche lokale und internationale Kampagne hatte 2009 bewirkt, dass die Bundesregierung ihre Hermesbürgschaften zurückzog. Doch einige europäische Unternehmen wie der österreichische Turbinenlieferant Andritz und die holländische Firma Bresser, die die Versetzung der antiken Monumente in Hasankeyf vornimmt, machen weiter mit. Kredite gibt es u. a. von den türkischen Banken Akbank und Garantibank, die ihre europäischen Zentralen in Frankfurt bzw. Düsseldorf haben.

Doch der Kampf ist lange nicht aufgegeben, wir können trotz erheblichen Baufortschritts auf mehrere Erfolge zurückblicken. Vor Ort setzt sich die Initiative zur Rettung von Hasankeyf weiterhin trotz repressiver Verhältnisse unter dem Ausnahmezustand gegen das zerstörerische Ilisu-Projekt ein.